Samstag, 2. April 2016

FC Energie Cottbus - SG Dynamo Dresden 0:2

3. Liga
Stadion der Freundschaft
Zuschauer: 15 255 (ca. 6000 Dresdner) 

Am ersten Aprilwochenende zog es mich nach Cottbus. Schließlich fehlt mir in der 3. Liga nicht mehr viel an Grounds und zweitens wollte ich aus irgendeinem unerklärlichen Grund schon immer mal nach Cottbus. Und so ging es mit dem ICE am Samstagmorgen Richtung Osten. Beim Umstieg in Leipzig sah ich noch einen Mob der Leipziger Chemiker, welche sich auf den Weg zum Auswärtsspiel in Pirna machten.
Pünktlich war ich im Stadion der Freundschaft angekommen, wo Energie seit Ende der 60er seine Heimspiele austrägt. Als dem Verein 1997 der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelang, wurde hier mit dem Umbau begonnen. Erst 2008 nahm das Stadion seine jetzige Form an. Während die beiden Längsseiten des Stadions schon nicht schlecht sind, wirken die beiden Stahlrohrtribünen hinter den Toren sehr abstoßend.
Fälschlicherweise wird das Spiel zwischen Energie und Dynamo als ein Derby bezeichnet. Die Vereine liegen aber nicht einmal im selben Bundesland, geschweige denn Stadt. Dresden und Cottbus trennen über 100 km und deswegen kann von keinem Derby die Rede sein. Die Bedeutung des Spiels ist eher für die Cottbuser groß, da es in der Umgebung sonst keinen großen Verein gibt und schließlich leitet die Brandenburger der Hass aus der DDR-Zeit auf den Polizeisportverein Dynamo Dresden.
Die Heimmannschaft stieg ins Spiel intensiv ein, die Leistung der eigenen Fans dementsprechend. Es war nichts Außergewöhnliches, aber dennoch bemühten sich die Cottbuser und so war es in Ordnung. Leider wurde der Support nach dem ersten Tor immer ruhiger, bis er schließlich in der zweiten Halbzeit komplett ausfiel. Seit Beginn des Spiels hing auch etwas gezogenes Material am Heimblock, das nach dem Abpfiff in Flammen aufging.
Der Gästeanhang bekam heute die ganze Südseite für sich, sodass dort um die 4000 Dresdner Platz nahmen. Ein großer Anteil an Gästen war noch auf der Haupttribüne sowie Gegengeraden zu sehen. Dies bekam man zu sehen bzw. hören, als „Steht auf, wenn ihr Dresdner seid!“ angestimmt wurde. Auch im Gästeblock wurde in der zweiten Halbzeit gezogenes Material von Cottbus und ihren Freunden aus Chemnitz präsentiert und anschließend verbrannt.
Insgesamt hat mich der Auftritt von Dynamo nicht wirklich umgerissen, phasenweise war es aber doch sehr gut. Zu erwähnen ist aber auch, dass es für Dynamo aus Fansicht deutlich größere Feinde als Energie Cottbus gibt.

Text/Fotos: Experte 3