Dienstag, 12. April 2016

Sporting Cristal - Club Atletico Nacional 0:1

Copa Libertadores
Estadio Nacional
Zuschauer: ca. 5.000 (ca. 600 Gäste)

Von Madrid Barajas ging es mit Iberia direkt nach Lima. Für den Gabelflug Madrid-Lima/Buenos Aires-Frankfurt waren faire 530€ fällig.Service an Bord war ok, das Entertainment-System wurde voll ausgenutzt und die neuesten Filme geschaut. Nebenbei wurden ordentlich Getränke geordert. Schlafen kann ich in Fliegern sowieso kaum.
Durch einige Turbulenzen landete ich mit einer halben Stunde Verspätung in Perus Hauptstadt.
Dort wartete bereits Phil auf mich, der eigentlich 5min nach mir landen sollte. Phil ist aus Würzburg und Glubb-Fan und Mitglied der "Relegationstouristen", welche jedes Jahr soviel Relegationsspiele wie möglich auf unterfränkischen Boden schauen.
Er hatte sich auf unsere Rubrik "kommende Spielbesuche" bei uns gemeldet und gefragt ob er denn mit könnte, da er schon länger den Traum hegte in Argentinien Fussball zu schauen.
Anfragen mit uns auf Tour zu gehen, hatten wir ja schon mehrfach, aber rumgekommen ist bis heute sonst nichts.
Das ausgerechnet bei so einer Reise, welche ja auch einiges an Geld verschlingt, jemand mitfährt, hätte ich auch nicht gedacht.
Der gebuchte Fahrer vom Hotel tauchte dann auch irgendwann mal auf, und so konnte man das Hotel Espana in der Innenstadt beziehen und erstmal in der nebenan gelegenen Kneipe ein paar lokale Biere verhaften.
Punkten beim Hotel konnte die Sauberkeit und das alte Kolonialgebäude mit integriertem Zoo, bestehend aus je 2 Schildkröten, Pfaue und Papageien.
Am nächsten Tag ging es erstmal mit dem Linienbus nach Pachacamac, einer weitläufigen Inkastätte, die meisten Gebäude sind heute nicht viel mehr als aufgeschichtete Schutthaufen. Muss man jetzt nicht unbedingt sehen !
Allerdings riefen wir große Begeisterung bei einer peruanischen Mädchenschulklasse hervor !
" i love alemannia" , "hello ", ständiges Winken und so weiter. Wenn sie denn 10-15 Jahre älter gewesen wären...
Lima konnte uns eher weniger gefallen. Es ist ein stinkender, staubiger, ständig hupender 7-Millionen-Moloch, der ausser den schönen Plazas, nix zu bieten hat.
Nach dem Essen, bei welchem wir Wolfsburgs Ausscheiden aus der Champions League beobachten konnten, ging es Richtung Stadion, wo wir in einer Kneipe noch ein paar Bier genossen.
Tickets hatten wir uns früh in einem Supermarkt besorgt für die Gegentribüne. Schwarzmarkt war jedoch auch reichlich vorhanden.
An unserem Eingang war auch schon die Hölle los. Polizei durchsuchte die Leute peinlichst genau. Es roch nach Urin und einige Kernassis waren auch auszumachen,einige schienen auch nicht reinzukommen.
Verdammt, falsche Tribüne erwischt, sagte ich noch zu Phil.
Am Eingang wurden wir durch die Kontrollen getrennt, meine Jutetasche wurde auch auf links gedreht und ich zweimal peinlichst genau durchsucht.Als ich drinnen war merkte ich das ich mitten unter Kolumbianern stand, welche sich neben dem eigentlichen Gästeblock mit Karten für die Gegengerade eingedeckt haben müssen. Nur bewacht von einer Ketten von Bullen mit Schutzschildern.
Sofort mit einem geredet, das ich hier falsch bin und schon durfte ich durch zu den nebenan platzierten Heimfans.
Kurz darauf kam eine SMS von Phil: "Bin nicht reingekommen..."
Wie bitte ? Wenn das jemand anderem aus meinem Freundeskreis passiert wäre,aber ihm??!?!?
Sofort schrieb ich zurück er solle Ausweis zücken und "Turista aleman" sagen.
10 Minuten später kam er dann an und meinte er hätte sogar blasen müssen. Der Alkomat zeigte "low" an, aber der Bulle ließ ihn trotzdem nicht rein mit dem Kommentar "no drinking".
Karte gab er ihm aber wieder und er versuchte es mit meiner Masche an einem anderen Eingang, wo sie dann nicht mal sein Ticket sehen wollten.
Warum auf einer Gäste- und Heimfans nur durch Cops getrennt voneinander stehen dürfen, obwohl im Gästeblock noch genug Platz gewesen wäre, kann, will und muss ich nicht verstehen.
Sporting Cristal ist 17-facher peruanischer Meister und spielt aufgrund der Untauglichkeit seines Heimstadions bei der Copa im Estadio Nacional.
Es ist ein Neubau und eine riesige Schüssel, bei der oben rundherum ein verglaster VIP-Bereich ist.Wirkt alles noch recht steril und bis auf eine Plexiwand an einer Seite des Gästeblocks könnte man eigentlich in jeden Bereich wandern.
Heimfans waren ausserdem noch in jeder Kurve zu finden, doch der aktivste Teil neben uns auf der "Occidente". welche wohl auch laut den T-Shirts im eigentlichen Stadion der Fanblock zu schein seit.
Zaunfahnen und Trommeln waren im ganzen Stadion nicht zu sehen, also wohl verboten.
Vor Spielbeginn war schon Bombenstimmung im Kessel und in einer Kurve wurden sogar 2 Blinker gezündet.
In der ersten Halbzeit konnten die Sporting-Hinchas neben und auch richtig überzeugen und machten mächtig und lautstark Stimmung. In den Kurven war eher weniger los, aber auch dort war es okay und die ein odere andere Hüpfeinlage gezeigt.
Was die Komumbianer während des ganzen Spiels boten war schon erste Sahne.
Hohe Mitmachquote, ständiger Armeinsatz und leidenschaftliches Durchdrehen, auch von den 50-60 Nacional-Fans neben uns.
Ab und zu wurde es den Bullen im Block zu bunt und sie knüppelten einfach mal dazwischen oder zogen Leute raus.
Geil auch der Torpogo nach dem entscheidenden Elfmeter. Atletico aus Medellin scheint wohl einen Top-Haufen zu haben.
Auf jeden Fall war das ein gelungener Auftakt der Südamerika-Tour.


La Copa Libertadores
es mi pasion


Text/Fotos: +++Pressi+++