Samstag, 23. April 2016

CA San Lorenzo de Almagro - CA Huracan 1:0

Primera Divison
Estadio Pedro Bidegain
Zuschauer: ca. 40.000

Gegen 12 Uhr traf ich mich mit Dirk und Nicole um sich auf dem Weg zu einem der größten Derbys des Argentinischen Fussballs zu machen.
San Lorenzo gegen Hurracan. Gut gelaunt machte man sich noch auf den Weg in ein Restaurant und man verputzte schnell noch ein Steak mit Bratkartoffeln so dass der Magen sehr gut gefüllt war. Nach dieser Argentinischen Köstlichkeit machten wir uns per Taxi auf den Weg nach San Lorenzo und der Taxifahrer machte aus seiner Sympathie zu San Lorenzo keinen Hehl.
Die Gegend wurde immer übler und die Gegend gegenüber der Haupttribüne ist wirklich krass und total runtergekommen wäre noch sehr human ausgedrückt.
Die Tickets kauften wir uns am Donnerstag auf der Geschäftsstelle welche sich auf der Avenida de Mayo befindet. Für schlappe 30 Euro kauften wir uns Tickets für die Gegengrade wobei sich jeder hinsetzte wo er wollte. 
Gut gelaunt kamen wir dann am Stadion an und auf dem Weg zum Block kaufte man sich erstmal ein Bier beim Schwarzhändler. Generell gilt bei allen Spielen in Argentinien ein striktes Alkoholverbot und bei vielen Vereine wie z.B. bei Velez Sarsfield wo nicht mal der Supermarkt was verkaufte wird sich auch dran gehalten aber bei Vereinen wie Racing, River Plate und auch San Lorenzo wird dass zum Glück ignoriert. Schnell machten wir von aussen noch ein paar Fotos und nachdem die Büchse geleert war gingen wir ins Stadion. Dass Stadion war für mich kein Neuland mehr und man hoffte wenigstens diesmal ein Tor der Heimmannschaft zu sehen. Vom inneren des Stadions hat man von oben aus einen sehr schönen Blick wie die Fans zum Eingang marschieren und schon sollte es den ersten Stress geben da dass Ordnungspersonal aus uns unerklärlichen Gründen den Leuten erstmal vorläufig den Zutritt verwehrte.Schnell wurde noch ein Bandiola verputzt und nachdem wir uns dann entschieden hatten uns Richtung Eckfahne hinzusetzen konnte man den Anpfiff kaum noch abwarten. Leider war der Gästeblock zuerst komplett leer aber im Laufe des Spiels füllte er sich mit Heimfans. Wir hatten wirklich große Hoffnung auf ein tolles Fussballfest und wir sollten auf den Rängen nicht enttäuscht werden. Es war der pure Wahnsinn was San Lorenzo auf den Rängen abzog und der Begriff Lärmbelästigung wäre noch sehr human ausgedrückt. San Lorenzo hatte eine Mitmachquote von 100% und die Fans sangen aus voller Kehle und feuerten ihre Mannschaft mit einem noch nie daher gesehen Fanatismus an und man fragte sich schon während des Spiels wie geil dass ganze wohl erst mit Gästefans gewesen wäre. Dass Spie dagegen war wie leider in Argentinien üblich sehr defensiv geprägt , hart und sehr umständlich und irgendwie schaute man lieber auf die Ränge. Die Nr. 20 von San Lorenzo war die absolute Krönung und jeder Landesligaspieler in Deutschland hat eine bessere Ausdauer und ich habe noch nie einen Spieler gesehen der so oft nach Luft gepumpt hat wie die Nr. 20. Zur Halbzeit stand es null null und die Gemüter kühlten sich erstmal ab und es war dann nicht so einfach was zu trinken zu bekommen da sich die Getränkestände füllten. Kurz vor Wiederbeginn gelang es mir aber noch was zu bekommen und so war man bereit für die zweite Halbzeit und die Fans brauchten ein wenig um wieder auf Temperatur zu kommen was aber gelingen sollte. In der zweiten Halbzeit ging San Lorenzo dann in Führung und spätestens jetzt war dass Stadion heisser als ein glühender Grill und heisses Frittenfett zusammen. Es spielte sich eine unglaubliche Lautstärke und Feierei auf den Rängen ab und Dirk sagte dass hat mehr was von einem lauten Open Air Konzert. Kurz vor Ende bekam San Lorenzo noch einen Elfmeter und hier kam wieder die Legendäre Nummer 20. Ich habe es noch nie gesehen dass ein Spieler beim Anlaufen mehrmals stark pumpen musste und es kam wie es kommen musste der Elfmeter wurde verschossen. Es musste noch ein bisschen gezittert werden aber San Lorenzo brachte den Sieg nach Hause. Wir machten uns dann per Taxi auf den Weg zurück zum Hotel was aber einige Zeit aufgrund des Verkehrschaos ein wenig dauerte. Anschließend ging es noch raus auf ein paar Bier.
Fazit: Es war das lauteste Spiel aller Zeiten nur die Gästefans haben gefehlt.

GASTBERICHT und Fotos: Carsten