Sonntag, 21. Februar 2016

Zagłębie Lubin - Legia Warszawa 1:2

Ekstraklasa 
Stadion Zagłębia Lubin 
Zuschauer: 8858 (1000 Gäste) 

Für den Sonntag war das Spiel in Niederschlesien geplant, dazu ging es mit dem Zug zuerst nach Wrocław, um dann von dort mit einem Sprinter weiter nach Lubin zu fahren. Lubin selbst besitzt nämlich keinen Bahnhof und so ist die Anfahrt dahin mit öffentlichen Verkehrsmitteln etwas anstrengend. Beim Einstieg in den Minibus stellte der Busfahrer klar, ob wir tatsächlich nach Lubin und nicht Lublin wollen. Lublin ist eine viel größere Stadt an der Grenze zur Ukraine, das heißt am anderen Ende von Polen. In dem 90 km entfernten Lubin waren wir nach eineinhalb Stunden angekommen. 

Mit 70 000 Einwohnern ist es auch für polnische Verhältnisse eine kleine Stadt und dürfte unter die kleinsten Städte der Ekstraklasa fallen. Bekannt ist die Stadt für das einzige Kupferbergwerk in Mitteleuropa. 
Nach Ankunft ging es sofort zum Stadion, um sich die Eintrittskarten für das heutige Spiel zu sichern. Wieder einmal war es kein Problem, das Vorlegen des Ausweises reichte vollkommen aus.  
Das moderne Stadion wurde anstelle der alten faszinierenden Schüssel, die 35 000 Zuschauer fasste, vor 7 Jahren erbaut. Wie jedes moderne Stadion hat es nicht wirklich was Besonderes, doch wenigstens besitzt es eine gute Akustik. Auf der Haupttribüne war jeder Gesang sowohl der Gäste als auch der Heimtribüne Przodek sehr deutlich zu hören.  
Der Gästeblock füllte sich nach und nach. Erst zur 15. Minute, als alle drin waren und Legia aufgeflaggt hatte, starteten die Gäste ihren Support mit „Jesteśmy zawsze tam...“ Auf beiden Seiten wurden im Laufe der ersten Halbzeit die Freundschaften zu anderen Fanszenen gefeiert. 
Im Heimbereich war eine große Sektion der Ultras des Żużel-Vereines Fabulaz vertreten. Im Gästeblock waren zum ersten Mal Leute von Radomiak Radom vertreten, mit welchen nach dem Spiel ein Układ (eine “halbe” Freundschaft) geschlossen wurde.  
Beide Szenen waren heute in allen Belangen auf dem selben Niveau. Sowohl auf der Heimseite als auch im Gästeblock gab es sehr schöne Zaunfahnen zu sehen. Stimmungstechnisch war es auf beiden Seiten auch klasse. Die Stimmung im Stadion befand sich am heutigen Nachmittag im Gleichgewicht, sodass keine der beiden Szenen die Nase vorn hatte. Die Gastgeber versuchten öfter durch Gesänge den Gästeblock zu provozieren, außerdem wurden im Heimblock in der 2. Halbzeit ein paar Fanutensilien von Legia verbrannt. Die Gäste reagierten aber das ganze Spiel über nicht darauf und wollten wohl zeigen, dass sie sich auf einem anderen Niveau befinden. 
Nach dem Spiel reisten wir wieder nach Wrocław, wo ich mich vom Bamberger trennte und zurück in die Ukraine fuhr. 

Text/Fotos: Experte 3