Sonntag, 14. Februar 2016

Legia Warszawa - Jagiellonia Białystok 4:0

Ekstraklasa 
Stadion Miejski Legii Warszawa im. Marszałka Józefa Piłsudskiego (Stadion Wojska Polskiego) 
Zuschauer: 25 675 (992 Gäste) 

Am Sonntagmorgen ging es mit dem polnischen ICE „Pendolino“ aus der ehemaligen in die aktuelle Hauptstadt Polens. Die zweistündige Fahrt war im Speisewagen schnell überstanden und ich machte mich gleich auf den Weg zum Stadion, um sich die Eintrittskarten zu sichern... Einen Tag vor dem Spiel gab es bereits die Information, dass 23 000 Karten verkauft wurden. Wenn man den Gästeblock und die Pufferblöcke dazurechnet, blieben also nicht so viele Tickets übrig... 

Der Block, in den ich ursprünglich wollte, war bereits ausverkauft, und insgesamt blieben am Ende für das heutige Spiel überhaupt nur um die 10 Karten übrig. Dann eben für einen anderen Block auf der Gegengerade Karten besorgt. Da mein Bekannter, mit dem ich am Tag davor schon das Cracovia-Heimspiel gesehen hatte, schon bei Legia Warszawa registriert war, konnte ich gleich noch eine für ihn mitkaufen. 
Das Spiel Legia Warszawa – Jagiellonia Białystok hat eine gewisse Brisanz Vor allem für den heutigen Gastverein, welcher an der Grenze zur Republik Belarus beheimatet ist, ist Legia der nächstgelegene ernst zu nehmende Feind. Seit 2013 befindet sich die Auseinandersetzung zwischen beiden Szenen in einer heißen Phase: Jaga hat damals nämlich alle ihre Zaunfahnen an die Hauptstädter verloren. Beim Auswärtsspiel in Warschau 2014 stürmten Legia-Hooligans den Gästeblock – bei der entstehenden Schlägerei konnte Jaga auch kein gutes Bild abgeben. 
Nach dem Kartenkauf schlug ich mir in der Innenstadt die Zeit bis zur Ankunft des Braunschweigers tot. Nach seiner Ankunft und einer klassischen Mahlzeit (Żurek und Pierogi ruskie) begaben wir uns zum Stadion, welches wir ca. 1 Stunde vor dem Spiel betraten. 
Um die 1000 Gäste waren heute im Gästeblock anwesend. Richtig auffallen konnten sie nur vereinzelt, aber das wird wohl bei 1000 Leuten gegen die Lautstärke von rund 8000 auf der Żyleta jedem so gehen. Mit einem Spruchband erinnerte Jaga an die polnischen Untergrundstreitkräfte, welche an diesem Tag im Jahr 1942 zu einer Heimatarmee zusammengefasst wurden. Außerdem solidarisierten sich die Gäste mit Red Tigers 94, einer Gruppe des RC Lens, welche verboten werden soll. 
Zum Anpfiff gab es auf der Heimseite eine Choreo zu Ehren der Hooligans-Teddy Boys 95. Das Y von Teddy Boys wurde kreativ durch die Steinschleuder eines Jungen abgebildet. Zusätzlich war unten am Zaun ein Spruch zu lesen: "Von klein an auf der Suche nach Ärger, haben sie so einige fertig gemacht" was sich im Polnischen reimt und sich damit eindeutig besser anhört. 21 Bengalos brannten im oberen Bereich der Żyleta. Begleitet wurde das Ganze nicht mit Musik, wie es in Deutschland üblich ist, sondern selbstverständlich mit dem brachial lauten Gesang der Fans. Leider ist die Akustik im Legia-Stadion ziemlich bescheiden, sodass man zwar die Lautstärke des Supports und die Mitmachquote durchgängig bewundern konnte, aber das Echo dennoch beschissen wirkte. 
In der zweiten Halbzeit gab es wieder eine Aktion zu Ehren der Teddy Boys 95. 100 Bengalos erleuchteten auf der Żyleta und bildeten die Anfangsbuchstaben der Gruppierung. Am Zaun war dabei der Spruch "Warsaw Fans Hooligans" zu lesen Während dieses Spiels wurden ca. 30 000 Złoty für die nächsten Choreos eingesammelt. Da der Warschauer Armeeclub in diesem Jahr sein 100 Jähriges feiert, wird es also auf jeden Fall noch interessant im Stadion einer der besten Szenen Europas werden... 

Niepokonane miasto, 
niepokonany Klub 
Tysiące fanów twych, 
zwycięstwa pragnie dziś, 
Więc zaśpiewajmy znów... 

Text/Fotos: Experte 3