Donnerstag, 18. Februar 2016

FC Shakhtar Donetsk - FC Schalke 04 0:0

Europa League Zwischenrunde 
Arena Lviv 
Zuschauer: 25 000 (ca. 1200 Schalker) 

Nach den beiden Spielen in Polen ging es für mich mit einer Mitfahrgelegenheit in die Ukraine, in die Stadt Ivano-Frankivsk. Einen Tag verbrachte ich dann dort mit einem Kumpel und einer Freundin aus Odessa. Anschließend ging es in die ukrainische Touristenhochburg Lviv. Bereits zwei Jahre trägt der ukrainische Top-Club Shakhtar Donetsk mit wenigen Ausnahmen seine Heimspiele in Lviv aus. Die Arena Lviv ist das einzige EM-Stadion der Ukraine, welches komplett vom Staat finanziert wurde. Zudem ist es überhaupt das einzige Stadion des Landes, das am Stadtrand auf einem Acker gebaut wurde. Also sicherlich kein Muss für einen Stadionromantiker.

Das Stadion sollte noch im September mit einem aus Fansicht guten Länderspiel Ukraine - Republik Belarus gekreuzt werden. Damals wurde nichts draus, aber jetzt wo ein deutscher Verein mit einer ordentlichen Fanszene dort antrat, entschloss ich mich dieses Mal ein Spiel in der Arena Lviv anzuschauen.
Bei internationalen Spielen unterstützt fast jeder Fußballinteressierte des Landes das ukrainische Team, egal ob es Dynamo, Dnipro oder eben Shakhtar ist. So kommen auch Besucher aus anderen Regionen zu solchen großen Spielen. Heute waren im Stadion auch einige Nationalfahnen aus verschiedensten Städten rumgehangen. 

Einen echten Fanblock, wie es in Donetsk der Fall war, gibt es in Lviv aber nicht. Auf Grund der Lage im Donbas-Becken sind die Fans im ganzen Land verteilt und haben ganz andere Sorgen als Fußball. Gegen Schalke waren im Heimblock auch Leute anderer Fanszenen vertreten, selbst ein Vertreter von der rot-grünen Tavriya (ukrainischer Verein von der Halbinsel Krim) wurde von mir erblickt. 
Die Schalker trafen sich drei Stunden vor dem Spiel auf dem Marktplatz und sollten dann mit Shuttle-Bussen zu dem 9 km entfernten Stadion gebracht werden. Der aktivere Teil der Szene entschied sich, statt der Shuttle-Fahrt einen Marsch zum Stadion zu machen. So wenig Polizei haben die deutschen Fußballfans wohl noch nie gesehen. Lediglich ein Prius des neuen ukrainischen Streifendienstes eskortierte die Gäste auf dem Weg zur Arena Lviv. Im Gästeblock war wie schon immer bei Spielen von Shakhtar alles Mögliche verboten. Das Megaphon und die Trommel bekamen die Schalker trotzdem rein ins Stadion. 
Shakhtar ist nämlich ein FC Bayern der Ukraine, welcher sehr intensiv versucht, aus den Stadionbesuchern Konsumenten zu machen und die Ultras auszurotten. 
Die Stimmung seitens der Schalker war für deutsche Verhältnisse ganz gut. Ich konnte sie auf der Gegengerade fast durchgängig hören, wobei das Repertoire doch sehr übersichtlich und standardmäßig war. Gegen Ende der zweiten Halbzeit wurden im Schalke-Block um die 10 Bengalos gezündet. 

Text/Fotos: Experte 3