Sonntag, 22. November 2015

TSV 1860 München II - FC Bayern München II 2:0

Regionalliga Bayern 
Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße 
Zuschauer: 10 300 (2500 Rote) 

Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr berichtet die Expertenrunde vom München-Derby. Für mich ist dies nach dem Duell am Ostermontag das zweite Amateur-Derby. Obwohl ich inzwischen weiß, dass es in Deutschland auf dem Schwarzmarkt immer Tickets gibt, ließ ich mir trotzdem durch eine Internet-Bekanntschaft eine Karte besorgen. Nach dem Spiel im August war aber auch dieses Derby wieder mal nicht ausverkauft. Es gab sowohl in der neuen Ostkurve als auch im Gästeblock reichlich Restkarten. Entweder ist es das Wetter, das die Leute abgeschreckt hat, oder der Hype um das Derby ist tatsächlich nicht mehr so groß.

Für mich ist es aber definitiv immer noch ein interessantes Spiel: Erstens ist es das Grünwalder Stadion, welches mir stark imponiert. Zweitens gefällt mir der Supportstil bei dem kleinen Derby deutlich besser als in den höheren Ligen. Das Schwenkerwedeln und die melodischen Gesänge der Bundesliga ist nämlich überhaupt nicht meins. Angefangen hat das Derby schon eine Woche davor: Die roten Münchner setzten ihren Treffpunkt dreist in Giesing am Candidplatz an. Am Freitag hieß es dann seitens der Sechziger, dass man sich am gleichen Platz, bloß eineinhalb Stunden früher, trifft. In der U1 auf dem Weg zum Stadion bekam ich mit, wie ein Mob der sportlichen Roten an der Station Candidplatz durch die Polizei aufgehalten wurde. Selbstverständlich zog er gegen die starkvertretene Polizei den Kürzeren und so ging es für die Jungs weiter zum Wettersteinplatz. Auch dort starke Präsenz der Staatsmacht, sodass nur das gegenseitige Pöbeln übrig blieb.
Zum Einlauf gab es von der Bayern-Szene eine Choreo mit einem rot-weißen Fahnenmeer sowie dem Stadt- und Vereinswappen. Mit Ausnahme dieser gab es heute keine andere optische Unterstützung. Auch auf Pyrotechnik wurde heute verzichtet. Es bleibt unklar, ob die beiden Szenen auf den Appell, wegen des Attentats auf Pyrotechnik zu verzichten, eingingen oder ob sich die harten Einlasskontrollen durchgesetzt haben. Fakt ist aber, dass mit Ausnahme von ein wenig Rauch nach dem ersten Tor, keine Pyrotechnik verwendet wurde. 
Dafür war der akustische Support an diesem Sonntag auf hohem Niveau. Vor allem die Sechziger konnten mich mit ihrem abwechslungsreichen und lauten Support überzeugen. Die Bayern hielten bis zum 2:0 in der 46. Minute gut mit der Stehhalle mit. Danach kam ihrerseits aber nur weniger rüber. Das Liedgut fand ich auch nicht so gut wie bei der Sechzig-Szene, welche heute ein echt breitgefächertes Repertoire präsentierte. 


Text/Fotos: Experte 3