Samstag, 28. November 2015

SG Dynamo Dresden - SC Preußen Münster 0:0

3. Liga
Rudolf-Harbig-Stadion
Zuschauer: 27.853 (ca. 600 Gäste)

Manchmal frag ich mich ja echt was bei mir falsch läuft, da frier ich mir Freitagabend in Schweinfurt den Arsch ab und hab am nächsten morgen nix besseres zu tun als bei miesestem Wetter in den Osten zu fahren. Na egal, ich bin ja nicht aus Zucker.
Ziel der Reise war die sächsische Landeshauptstadt Dresden. Das Auto stellte ich ausserhalb auf einem Park and Ride ab und tingelte mit der S-Bahn einmal quer durch Elbflorenz, allzuviel habe ich leider nicht gesehen, ein Grund mit mehr Zeit wieder zu kommen und die Stadt etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Vom Hauptbahnhof aus ging es zu Fuß weiter Richtung Stadion, hier hörte ich bereits einige Böller und auch optisch waren einige schicke Graffitis geboten. Da im Stadion nur mit der Dynamocard bezahlt werden kann machte ich an einer der vielen Straßenverkäufe halt, was auch besser für Geldbeutel und Geschmack ist. 3 Euro für eine Bratwurst und ein Bier, da kann ich nicht meckern.
Das neue Rudolf-Harbig-Stadion ist auch so ein steriler Neubau wie er überall stehen könnte, am ähnlichsten sieht es dem Aachner Tivoli. Da fand ich das alte Stadion mit den genialen Flutlichtern wesentlich cooler!
Mit knapp 28.000 Zuschauern war das Stadion heute wieder einmal sehr gut gefüllt, schon heftig was Dresden in der 3. Liga mobilisieren kann, solch eine Zuschauerzahl bekommen die meisten Zweitligisten nicht auf die Reihe. Sollte Dresden irgendwann einmal den Weg zurück in die Bundesliga finden, dann ist das Stadion definitiv zu klein.
Die Dresdner habe ich in den letzten 2 Jahren öfter gesehen, wirklich überzeugen konnten sie mich aber leider nie. Was allerdings nicht daran lag, dass sie schlecht waren sondern daran, dass meine Erwartungen einfach viel zu hoch waren. Heute allerdings fand ich den K-Block richtig gut. Zu Beginn gab es ein Standardintro bestehend aus einer schönen dichten Schalparade und einigen großen Schwenkern. Akkustisch konnten mich die Dresdener komplett überzeugen, lautstark, keine großen Pausen und hohe Mitmachquote. Sicher nicht das kreativste Liedgut, aber das braucht es auch nicht. Auch auf neunzigminütiges Fahnengewedel wird verzichtet, was ich positiv finde und sich vom Großteil in Deutschland abhebt. Ansonsten gab es neben zwei Spruchbändern Richtung Aue und für die eigenen Hools einen Böller, der Mitte der ersten Halbzeit gezündet wurde. Insgesamt ein ordentlicher Auftritt der Hausherren, mir hat es gefallen.
Aus Münster reisten etwa 600 Gäste zum Spitzenspiel an. Im oberen Teil des Blocks positionierten sich die Deviants während im Mittelteil Resistente und Co zusammen trafen. Ich persönlich bin ja kein großer Freund dieser Abspaltung, wobei es für mich als Außenstehender wirkt als ob es wieder etwas besser geworden ist. Als Intro gab es ein ordentliches Fahnenmeer welche auch über die gesamte Spielzeit geschwenkt wurden. Akkustisch konnte ich sie nur selten vernehmen, was vor allem an den lautstarken Dresdnern lag. Optisch konnten sie jedenfalls mit hoher Mitmachquote überzeugen. Ansonsten gab es von den Deviants noch die Antwort auf den “Peggy ist da“-Spruch (wir berichteten) der Dresdener im Februar in Münster, seht selbst in den Bildern. Von Resistente gab es noch ein “Scheiss DFB!“ mit den dazugehörigen Schlachtrufen. Insgesamt ein guter, wenn auch aus meiner Position akkustisch kaum zu vernehmender Auftritt der Münsteraner.

Fotos/Text: Experte 2