Sonntag, 25. Oktober 2015

SK Rapid Wien - FK Austria Wien 1:2

Bundesliga
Ernst-Happel-Stadion
Zuschauer: 32 200 (1500 Gäste)

Die Meisten dürften sich für Nationalstadien mit Laufbahn wenig begeistern, für mich sind solche Stadien eigentlich ganz sympathisch. Früher waren die Spiele der Nationalmannschaft nämlich kein Event für Konsumenten, sondern beruhten tatsächlich auf dem jeweiligen Land-Patriotismus. Somit ist für mich ein Nationalstadion fast immer DAS Stadion eines Landes. So wollte ich noch bevor Rapid in das neue Stadion umzieht unbedingt ein Spiel im Ernst-Happel-Stadion sehen. Dafür einigte sich natürlich das Wiener Derby, welches an diesem Oktober Wochenende zum 315. Mal ausgetragen wurde. Nach dem Old Firm ist das Duell des SK Rapids und der Austria das zweithäufigste gespielte Derby Europas.
Auf Grund der häufigen Begegnungen der beiden Vereine, sind Karten in dem großen Stadion kein Problem. Bei einem Fassungsvermögen von 50 000 waren an diesem Sonntag nicht einmal 70% des Stadions besetzt. Rapid besitzt durchaus höhere Fanbasis und so waren auf den normalen Plätzen hauptsächlich die Grünen zu sehen.
Der Gästeblock lag ein ganzes Stück von mir entfernt und so konnte ich vom Support der Violetten nur sehr wenig mitbekommen. Es lag aber selbstverständlich auch daran, dass Rapid durchgehend und laut supportete. Und die quantitative Unterlegenheit der Austrianer war zu deutlich, um sich mit Rapid messen zu können.
Zum Anpfiff gab es in der Ostkurve eine Choreo mit dem Spruch: „In Wien nur wir„
Auch bei den Violetten wurde etwas vorbereitet. Die Komposition war aber ziemlich klein bzw. unpassend für den 3. Stadionrang und so wirkte die Choreo optisch überhaupt nicht gut.
Wie schon erwähnt konnte Rapid am heutigen Abend mit dem Support durchaus überzeugen. Zwischendurch stieg der Support sogar von „sehr gut“ auf „überragend“. In der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit kam zum überragenden Gesang noch eine unkoordinierte Pyroshow dazu.
Zur zweiten Halbzeit kam eine weitere Aktion auf der Rapider Seite: Spruchband „Tod und Hass dem FAK“ mit optischer Unterstützung der Bengalos. Eine weitere Pyroshow der Heimszene folgte noch in der zweiten Hälfte.
Wie auch die Choreo zum Beginn wirkten alle weiteren Aktionen der Austrianer auf Grund der Entfernung einfach zu klein.
Trotzdem kann ich mich mit meinem Besuch auf jedem Fall zufrieden geben. Vom Rapider Support habe ich schon genug gehört. Nun konnte ich mich selbst davon überzeugen. In einem kleineren Stadion ist das Derby bestimmt noch heißer. In der Zukunft schaue ich sicherlich im Franz-Horr-Stadion und Weststadion bei dem Duell der Wiener Vereine vorbei.


Text/Fotos: Experte 3