Sonntag, 2. August 2015

Chernomorets Odessa - Dynamo Kiew 0:2

Premier Liga
Stadion Chernomorets
Zuschauer: 22.222 (ca 550 Gäste)

Fast 9 Monate ist es seit dem letzten Spiel von Chernomorets in der eigenen Stadt her. Nach der Hinrunde der abgelaufenen Saison wurde die Lage in Odessa als potentiell Gefährlich eingestuft und so wurden seitdem keine Spiele mehr ausgetragen. Der Verein musste nach Kiew, in das ehemalige Stadion von Dynamo Kiew, ausweichen.
Vor über zwei Monaten wurde der Ex-Präsident Georgiens Mikheil Saakashvili zum Gouverneur von Odessa ernannt. Durch die Mühen des Vereins und neuen Gouverneurs wurdеn die Verantwortlichen der Polizei erfolgreich überzeugt und der Austragung der Fußballspiele in Odessa stand nichts mehr im Wege. Vor zwei Wochen fand hier zur Probe das Supercupfinale zwischen dem Meister Dynamo Kiew und dem Vizemeister Shakhtar Donetsk statt. Sicherheitstechnisch lief es zum Glück ganz gut ab und so durfte auch Chernomorets in die eigene Stadt zurück. 

Zum Auftakt stand gleich ein Kracher gegen Dynamo an. Vor dem Nichtangriffspakt der Fans gilt das Spiel als eins der brisantesten Fanduellen des Landes. Früher war bei Begegnungen der beiden Teams immer was besonderes zu sehen bzw zu hören! Heute war kein Hass aus dem Fanblöcken zu spüren – beide Szenen beschäftigten sich ausschließlich mit der Unterstützung ihrer Teams.
Die Heimszene war heute, wie ich es schon bei mеinen letzten Besuchen gemerkt habe, relativ schwach. Die Fans versuchen zwar irgendwas, aber es kam relativ wenig auf der Gegenseite an. Lediglich beim Einbeziehen der Normalos kam es zu einer guten Atmosphäre im Stadin. Zur 30 Minuten präsentierte der Block von Chernomorets eine an die Spieler gerichtete Choreo mit Spruch: „Ihr habt Segel, benutzt aber nur den Anker“ Angeblich soll es ein Zitat von Konfuzius sein - ich konnte es aber auf Deutsch nicht finden.
Die Gäste aus der Hauptstadt waren für ukrainische Verhältnisse ordentlich vertreten, beteiligten sich aber nicht so kräftig am Support. Vor allem in der zweiten Hälfte kam es öfter zur langen Schweigepausen. Zwischendurch wurde es laut, aber was weltbewegendes gab es heute von Kiewer Jungs nicht. Zum Tor in der 89. Minute wurden noch ein wenig Pyrotechnik im Gästeblock abgebrannt.
Obwohl Chernomorets sehr gut dagegen gehalten hat und sogar selbst zu Chancen kam, konnte der amtierende Meister das Spiel durch zwei Tore in den letzten fünf Minuten für sich entscheiden.

Text/Fotos: Experte 3