Sonntag, 5. April 2015

R* Leipzig - 1. FC Nürnberg 2:1

2. Bundesliga
Zentralstadion Leipzig
Zuschauer: 30.479 (ca. 5.000 Gäste)

Hätte mir einer vor 2 Jahren gesagt das ich mir ein Spiel vom Leipziger Plastikklub anschaue, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Nun bin ich aber auch nicht mehr der Jüngste und etwas reifer geworden. Mittlerweile denke ich etwas anders, so dass ich es erst mit eigenen Augen gesehen haben musste bevor ich mir eine wirkliche Meinung über dieses Konstrukt bilden kann. Ich könnte jetzt hier groß ausholen, aber am Ende schreibe ich auch nur das was schon x-fach überall steht.

Wenn ich mir schon ein Heimspiel der Dosen anschaue, dann wenigstens eins bei dem was los ist. Als ich mitbekam, dass Nürnberg den Protest ins Stadion trägt und nicht zuhause bleibt, was meiner Meinung nach den richtigen Weg darstellt, war klar, dass ich mir dieses Spiel aussuche.
Etwa 5.000 Nürnberger machten sich per Bahn, Bussen und privaten PKW am Ostersonntag auf in die Messestadt. Laut Presse knallte es bereits am Bahnhof zwischen den Nürnbergern und den Leipziger Cops. Am Einlass zum Gästeblock wurde scheinbar sehr kleinlich gefilzt und so füllte sich der Block nur sehr schleppend. Ich wurde im Heimbereich einfach durchgewunken, was schon sehr auf Zweiklassengesellschaft schließen lässt. Die Nürnberger Szene stand komplett in Rot gekleidet hinter der zu diesem Spiel passenden Fahne ''GLUBB AGAINST THE MACHINE'' welche durch einen sportlichen Spurt ins Stadioninnere gelangte. Dazu gab es noch überraschend viele kleine Schwenkfahnen, hätte nicht gedacht, dass sie sowas genehmigt bekommen. Sachen wie ''Judas Shoukry'' oder ''Scheiss RB'' konnten ebenfalls ins Stadion geschmuggelt werden.
Optisch war das schonmal ein gelungener Auftritt der Nürnberger, viel mehr als ich erwartet hatte. Auch die Mitmachquote konnte absolut überzeugen. Der Oberrang war ständig in Bewegung und oftmal stimmte auch der Untterrang mit ein. Die Lautstärke überzeugte leider nur teilweise, ich erkläre es mir dadurch, dass das Stadion hinten offen ist und so der Schall nach hinten verschwindet und es kein optimaler Standort war.
Fairerweise muss ich sagen, dass ich auch die Dosen ab und an vernommen habe. Aber absolut nix besonderes! Auch das restliche Heimpublikum um mich herum ist schon anders als anderswo. Ich fühlte mich jedenfalls nicht gerade wohl in mitten der Kundschaft von R** B***.
Die Stadt Leipzig hingegen fand ich ziemlich cool und verbrachte dort das gesamte Wochenende. Gerne komm ich nochmal hier her, dann geht es aber zu Lok oder Chemie!

Text/Fotos: Experte 2