Samstag, 18. April 2015

FK Velez Mostar - NK Siroki Brijeg 1:0

Premier Liga BiH
Stadion Vrapcici
700 Zuschauer (60 Gäste)


Nach der Landung in Belgrad ging es nach dem ersten Cevapi und Jelen mit dem Bus in einer 7stündigen Tor-tour weiter nach Sarajevo.Bei der Ausreise aus Serbien filzten die Grenzer aus dem 32-Mann-Bus....natürlich nur meinen Platz peinlichst genau. Danach durfte ich mich selbstverständlich noch einer Einzeldurchsuchung in ihrem Kabuff unterziehen.Wenigstens waren sie freundlich. "It´s only Routine, you know?" und boten mir sogar noch ein Stück Kuchen an. Gefunden wurde selbstverständlich nix.
Am nächsten Morgen ging es früh weiter mit dem Zug nach Mostar. Geht zwar schneller mit Bus, aber für 8€ Retour und der gebotenen Aussicht aus dem alten, verranzten Zug, ist das empfehlenswerter. Schöne Landschaft an der man da vorbei fährt.

In Mostar erstmal im Hostel eingecheckt, der Hausherr war sehr erfreut das ich "sein" Team anschauen will und gab einem einige Informationen.Auch das das gesehene Plakat von Lokomotiv Mostar nach dem Hauptspiel leider nur ein Damen-Handball-Spiel ist. Muss nicht sein ;-)
Mostar ist die Hauptstadt der Herzegowina, Sie liegt in einem Talkessel, umgeben von karstigen, hohen Gebirgen.Mostar wird nicht wie oft fälschlicerweise behauptet duch den Fluss Neretva in Ost (Bosniaken) und West (Kroaten) geteilt sondern durch den Bulevar. Größtenteils ist es noch immer so. Es herrschen, so die Auskunft, immer noch "Animositäten".
Zwei Std vor Spielbeginn goss es aus Kübeln, sodass erst mit nachlassendem Regen ne 3/4Std vor Anpfiff mit dem Taxi in den Vorort Vrapcici zum gleichnamigen Stadion aufmachte. Eigentlich gehörte das jetzt von Zrijnski bespielte Stadion Bijeli Brijeg Velez, doch durch die Trennung Mostars lag es im kroatischen Teil, so wurde man gezwungen im Vorort ein Stadion zu bauen.
Vorm Stadion wurde man erstmal von einem Ultra/Hool von Velez gecheckt, ob man nicht Fotos seiner "Crew" gemacht hat.Nach ner kurzen Diskussion über deutschen Fussball und der Aussage St. Pauli sei sein Lieblingsteam, da es die "working class"representiere, war es Zeit für mich den Ground zu betreten.
Von Bilder her fand ich das Stadion eigentlich kacke, live ist es eigentlich ne kultige Bude.Rote Sitztribüne ans Vereinsheim hinten rangebaut, 9 Stehstufen hinter dem Tor für Heimfans. Gegentribüne total verranzt mit kaputten weissen Schalensitzen und als Krönung ein ca 100 Mann fassender Gästeblock gegenüber . Polenlike !
Zum Spielbeginn war dieser leer, die Heimfans schmissen zum Intro 5-6 Böller aufs Spielfeld und sangen 90min eher leidenschaftslos ihren Stiefel runter. Hat mich jetzt nicht so überzeugt,irgendwie wie in den meisten deutschen Stadien.
Kurz nach Anpfiff bogen mit 3 Bullenwagen begleitet die Gästefans um die "Skripari" mit 1 Bus und 1 Neuner um die Ecke und flaggten 3 Zaunfahnen an und legten mit geschlossenen, lautstarken Support los, ab und an wurde mal ein Bengalo angerissen, die auf dem Boden gelegt wurden.Zum Ende der Halbzeit kamen noch blaue-weiss-schwarzen Fähnchen dazu die im starken Wind gehalten wurde.
Ihr Auftritt konnte mich überzeugen, war schon ganz ordentlich.
Spiel auf Regionalliga-Niveau, das Velez durch ein Stolpertor Ende der 1.Halbzeit gegen den Tabellenführer gewinnen konnte.
10min vor Spielende mussten die Gästefans ihren Krempel einpacken und pünktlich zum Abpfiff waren sie schon auf dem Weg ins 22km entfernte Siroki Brijeg.
Abends ging es noch in die Kneipe "Zika Tabhan"am Fusse der Stari Most (Alte Brücke), die vom Hostelbetreiber geführt wird und man diskuttierte bei Bier und einheimischen Schnaps über Fussball und den Fall Jugoslawiens.


Text/ Fotos: +++Pressi+++