Sonntag, 19. April 2015

BSC Young Boys 1893 - FC Thun 4:0

Super League
Stadion Wankdorf
Zuschauer: 23.868 (Gäste: ca. 220)

Als letztes Spiel in der Schweiz ging es für mich zum Berner Derby. Aufgrund dessen, dass in der Schweiz der Geldbeutel schneller leer ist als ich schauen kann, haben wir uns die Karten für den Familiensektor bereits 3 Tage zuvor gesichert. Hier war dann auch das reinste Kinderfest im Gange und die Hölle los – kein Wunder, denn zum Derby gab es einen „Familientag“. Da würde in Deutschland bei so einem Spiel wohl kein Mensch drauf kommen so etwas zu veranstalten.
Das neue Stadion Wankdorf schaut aus wie geleckt, mit Einkaufszentrum und sonstigem Pi Pa Po hat es für mich von außen keinerlei Charme, wenn hier nix los ist merkt glaube ich niemand, dass er vor einem Stadion steht. Von innen sieht die Welt zum Glück schon wieder etwas anders aus. Zwar auch nichts Atemberaubendes, aber da hab ich bei weitem schon Schlimmeres gesehen.
Die Ostkurve Bern startete mit Doppelhaltern und einer guten Prise schwarz-gelbem Rauch in die Partie, fand ich ganz cool. Stimmungstechnisch hatten sie einige Höhen und Tiefen, irgendwie plätscherte die Stimmung nur so vor sich hin, wirklich mitreißen konnten sie mich leider nicht. Wenn der Unterrang komplett mitzog sah ich aber welches Potenzial die Hauptstädter haben und nicht umsonst zu den besten in der Schweiz zählen. Vielleicht bin ich nach dem Basel – Zürich-Spiel letzte Woche auch einfach mit zu hoher Erwartung angereist bzw. war ich noch zu verwöhnt.
Die knapp 35 Kilometer von Thun nach Bern schafften nur ca. 220 Gäste, da hatte ich mir schon ein klein wenig mehr erhofft, vor allem weil sich die Thuner auf Europapokalkurs befinden. Zu Spielbeginn gab es ein paar Schwenkfahnen, eine Schalparade und ein Spruchband welches auf eine mögliche Teilnahme der Europaleague anspielte. Auch Bewegung war im Block zu sehen, ab und an hab ich sie auch vernommen, aber mehr auch nicht. Ich muss fairerweise aber sagen, dass ich einen schlechten Blickwinkel auf die Gäste hatte und es mir so schwer fällt sie wirklich objektiv zu beurteilen.
Auch die örtliche Gastronomie wurde angetestet, die Kalbswurst und auch das Bier bekommen von mir eine solide 3 und kann ich ohne groß zu überlegen weiterempfehlen. Krass dagegen war das Eis meiner Begleitung, dieses schmeckte und roch ernsthaft nach Knoblauch! Wer in Bern unbedingt ein Eis im Stadion braucht, holt es euch nicht am Döner/Dürümstand in der Westkurve.
Insgesamt sehe ich den Ausflug in die Schweiz ganz positiv, 3 Spiele, 4mal Pyro und zum Teil Hammerstimmung gewesen. Nach der Sommerpause werde ich sicher wieder den Weg in die Alpen.


Text/Fotos: Experte 2