Sonntag, 1. März 2015

Dila Gori - Torpedo Kutaisi 2:1

Umaglesi Liga (1. Liga Georgien)
Tengiz Burjanadze Stadion
Zuschauer: 4000 (ca 40 Gäste)

Vor einigen Jahren las ich in der Zeitung, dass das Land Georgien nach den Reformen des damaligen Präsidenten Mikheil Saakashvili aufgeblüht ist - seitdem wollte ich dieses Kaukasus-Land besuchen. März ist zwar keine geeignete Zeit für diese Region, doch weil ich genau jetzt frei hatte, entschied ich mich für die Tour. Fußball stand zwar nicht im Vordergrund bei dieser Reise, er durfte selbstverständlich aber auch nicht fehlen und so suchte ich mir ein Heimspiel von Dila Gori aus.
Gori ist eine Stadt 70 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Tbilisi (Tiflis). Bekannt ist die Stadt als Geburtsort des sowjetischen Diktators Josef Stalin. Hier gibt es in seinem Geburtshaus ein Stalin-Museum, in dem sogar sein eigener Zugwagon zu sehen ist. Im Jahr 2008 war diese Stadt infolge der russischen Invasion für ein paar Tage eingenommen. 



Zum Fußball: Heute traf der Meisterschaftskandidat Dila Gori auf eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller: Torpedo Kutaisi. Noch bis vor ein paar Jahren spielte Torpedo selbst noch oben mit, aber inzwischen ist der Verein sehr abgerutscht. Jedoch gehört die Fanszene Torpedos neben Dinamo Tbilisi zu den besten im Land. Die Spiele zwischen den beiden Vereinen sind das Spektakulärste was das Land fantechnisch zu bieten hat.
Auch heute gab es auf beiden Seiten etwas Stimmung die für Georgien schon ganz ok war. Spielerisch war es auf dem Niveau der deutschen 3. Liga, wobei hier nicht auf Zweikampf sondern auf Technik gesetzt wurde. Früher galten die georgischen Spieler als „Brasilianer der Sowjetunion“. Obwohl das Land immer noch sehr viele Talente hat, wird nur aus wenigen was Ordentliches. Es wirkt oft so als sei die Mentalität der Georgier wohl eher auf Feiern und nicht Zielstrebigkeit ausgelegt.
Am Ende des Spiels gab es noch eine lustige Episode. Bei jedem Angriff von Torpedo flog aus Angst, dass die Gegner ausgleichen werden, immer wieder ein zweiter Ball aus dem Heimblock auf das Spielfeld. So was ist zwar nicht ganz fair, aber doch ziemlich witzig.

Fazit: Das Land mit seiner Kultur und Küche gefällt mir wirklich sehr! Obwohl ich die osteuropäische Gastfreundlichkeit schon oft erlebt habe, muss ich schon behaupten, dass Georgien schon ein anderes Level der Gastfreundlichkeit besitzt. Bei Gelegenheit werde ich wieder hinreisen, bloß zu einer wärmeren Jahreszeit.



Text/Fotos: Experte 3