Mittwoch, 17. Dezember 2014

SG Eintracht Frankfurt - Hertha BSC 4:4

1. Bundesliga
Waldstadion zu Frankfurt
Zuschauer: 40.200 (ca 1.500 Gäste)

Wie kann ich besser den ersten Urlaubstag nutzen als mit Fussball? Richtig garnicht! Also besorgte ich mir ein Ticket für das Mittwochabendspiel der Eintracht gegen die Hertha aus Berlin. Der Plan mit dem Bayernticket bis an die hessische Grenze und von da an mit der Eintrittskarte weiter zum Stadion zu gondeln zerschlug sich schneller als gedacht. Beim Checken der Zugverbindungen stellte ich fest, dass ich irgendwo auf halbem Weg am Arsch der Welt stranden würde. Auch der Versuch irgendwo eine Mitfahrgelegenheit zu ergattern scheiterte, so setzte ich mich notgedrungen doch selber hinter das Steuer. Da ich nicht einsehe für einen Parkplatz in Stadionnähe 5 Euro abzudrücken, suchte ich mir ein gutes Stück vom Stadion entfernt einen Parkplatz und legte die letzten 2 km zu Fuß zurück. Auf dem Weg dorthin begegnete ich dem Ordnungamt das bereits fleißig Zettel verteilte, da das Stadion bereits in der grünen Zone liegt. Innerlich verfluchte ich meinen Geiz und hackte die 15 Euro Strafe ab. 

Gut 20 Minuten vor Spielbeginn traf ich am Haupteingang ein und erschrak, dass noch immer riesige Schlangen warteten, mit etwas Ellenbogeneinsatz und fränkischer Gewieftheit konnte ich mich allerdings gut durchschlängeln und kam schneller voran als gedacht. Der weitere Weg durch den Wald wurde im Stechschritt zurückgelegt. Gut 5 Minuten vor Spielbeginn saß ich auf meinem Platz und schnaufte erstmal durch.
Auch die aktiven Herthaner kamen etwa zur gleichen Zeit wie ich im Stadion an, der Gästeblock wurde sofort mit ihren Zaunfahnen geschmückt. Auf Heimseite gab es das typische Bild, viele große Schwenkfahnen und Schals zum Einlauf der Mannschaften. Schaut immer wieder gut aus. Die Hessen legte ordentlich los, teilweise richtig laut, allerdings ließ dies ab der 20. Minute aufgrund des Spielverlaufs deutlich nach. Erst mit dem 1:3 kamen die Hessen wieder etwas lauter. Im Gästeblock, welcher über 90 Minuten mit Laserpointern bearbeitet wurde, hingegen richtig gute Stimmung, hohe Mitmachquote und schöne Hüpfeinlagen. Die Hauptstädter, welche heute Unterstützung aus Karlsruhe und Straßbourg erhielten, sahen sich bereits als kommende Sieger.
Mit Beginn der 2. Halbzeit kam auch die Nordwestkurve wieder zurück ins Spiel, der Anhang der Hausherren merkte, dass hier noch nichts entschieden war und peitschte die Eintracht weiter nach vorne. In der 58. Minute war es dann soweit und es klingelte im Kaste der Hertha, gerade noch rechtzeitig kamen auch die Damen und Herren der Haupttribüne zurück vom Essen um den Treffer zu bejubeln.
Die Heimkurve legte nochmal eine Schippe drauf, bis ja bis die Hertha das 2:4 machte. Spiel verloren und nur noch im Gästeblock wurde gefeiert. Schöne Pogos und Partystimmung, der Käse war schließlich gegessen. Der Heimanhang strömte bereits aus dem Stadion, diese werden sich in den Arsch gebissen haben, dass sie die letzten Minuten nicht abgewarten konnten. Was jetzt geschah würde ich als puren Wahnsinn beschreiben. 2 x in der Nachspielzeit netzte Alex Meier ein, die Nordwestkurve explodierte und im Gästeblock pures Entsetzen. Ich persönlich saß mit offenem Mund auf meinen Sitz und konnte kaum fassen was da eben passiert ist. Abgefahren, krass, Hammer, whatever.... sowas siehst du auch nicht alle Tage.
Nach dem Spiel ging es wieder zu Fuß zurück zum Auto und welch Überraschung, kein Ticket. Halleluja alles richtig gemacht!

Fazit: Wer das alte Waldstadion noch kennt wird den Nervenkitzel vermissen wenn es durch den Wald zum Stadion ging. Hinter jedem Baum konnten damals Frankfurter Gruppen lauern und es gab so manchen Spießrutenlauf. Auch innen schaut es mir viel zu geleckt aus. Auf Bier- und Wursttest wurde dank des Kartenbezahlsystems verzichtet.
Stimmungstechnisch hat FFM mehr drauf, was aber bei dem Spielverlauf normal ist. Die Hauptstädter hatten einen ordentlichen Auftritt und auch die Anzahl geht unter der Woche absolut in Ordnung.

Text/Fotos: Experte 2