Sonntag, 19. Oktober 2014

PFK Lokomotiv Sofia - PFK Botev Plovdiv 3:1

A PFV
Stadion Lokomotiv
ca. 1.200 Zuschauer (ca 500 Gäste)

Nachdem wir gestern im Happy Grill den Laden mit den Worten "Schluss ist, wenn wir es sagen " abschlossen, und in unsere Stammhostel "Hostel Mostel" torkelten, indem wir statt gebuchten 8-Bett-Zimmer ein 3-Mann-Privat-Appartement bekamen.
Bin ja mittlerweile auch aus dem Alter raus in dem man gerne mit vielen fremden Leuten im Zimmer schläft.
Auch die Duschen und das Zimmer waren sauber. Kann man getrost weiterempfehlen.
Nachdem Frühstück ging es für ein kurzes Mittagessen nochmal in die Innenstadt, bevor wir uns zum Lokomotiv-Stadion aufmachten. Leider fanden wir in der kurzen Zeit nur den Gästeeingang und mussten für 10 Lewa (5 Euro) widerwillig den Gästeblock betreten.

Es hatten sich allerhand Botev-Leute auf den 140km langen Weg nach Sofia gemacht. Sofort verwickelte uns einer im Block in bestem Deutsch in ein Gespräch, woher wir kommen und unsere Vereine...selbst in Bulgarien weiß jeder, dass der HSV seit Jahren scheiße spielt...
Botev Plovdiv hat ja eine ganz bewegte Geschichte und war vor ein paar Jahren auch finanziell am Ende. Auch waren immer wieder Angriffe auf Spieler, Präsident und Journalisten an der Tagesordnung. Das Plovdiv-Derby gegen Lokomotive zählt wohl sogar vor dem Sofia-Derby als heißeste Partie des Landes. So wurde letztes Jahr erst ein Spiel abgebrochen.
Im Moment wird auch das eigene Stadion umgebaut, sodass man auf dem Trainingsgelände spielt.
Außer den üblichen Szenefahnen fanden auch eine Menge gedruckte, hässliche Zaunfahnen den Weg vor den Block. Der Support war typisch wie in Ultra-Deutschland. Man versucht 90min zu singen, macht dies aber ohne Lautstärke und Leidenschaft. Hat mir nicht gefallen, während der Ultra-Haufen von Lok Sofia"Iron Brigades Ultras Union" auf der Haupttribüne mit seinen 50 Mann das Beste rausholte und für die Größe gut war. Unterstützt von 2 Fahnen.
Im Gästeblock wurde ein großer Schwenker geschwenkt und ab und zu kam ein Megaphon zum Einsatz. Nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung drehte der Botev-Pöbel durch und nach rütteln am baufälligen Zaun, wurde ein Tor aufgetreten und mit ca 30 Mann den Innenraum betreten. Allerdings fehlte die letzte Konsequenz und es eskalierte nicht. Es kam wohl noch ein Offizieller von Botev in Anzug vor den Block und redete mit dem Hoolführer. Der sich auch ständig ohne Probleme Zugang zum Innenraum verschaffen durfte.
Es heißt ja die Botev-Szene ist links, aber die Hools kamen mir alle vor, wie die in dem Land typischen Faschos.
Das Stadion hatte an dem Tag nur Gästeblock und Haupttribüne geöffnet, diese steht freistehend zu dem halbrunden Oval, das zwei große Stehbereiche an den Außenseiten hat und der rest mit rot-schwarzen Sitzen und Lokomotiv-Schriftzug bestückt ist, schon ziemlich abgeranzt das Stadion.Halt das typische Ostblock-Teil.
Das Spiel ging verdient an Lok Sofia, was aber fussballerisch hier geboten wurde, war höchstens Regionalliga-Niveau und technisch grottenschlecht.
Nach den Spiel wurden noch Spieler und Trainer an den Block geholt und ihnen wohl die Meinung gegeigt. Hier hat der Fan/Hool hat noch ein bisschen mehr zu sagen wie in Deutschland.
Für uns stand noch ein 3.Liga-Spiel auf dem Plan...

Fotos/Text: +++Pressi+++