Samstag, 27. September 2014

Slavia Praha - Sparta Praha 0:2

Synot Liga
Stadion Eden
16.611 Zuschauer (Gästeblock: 2000)

Das Highlight unserer Tschechien-Reise war die 282. Austragung des Derby der Prager S (Bezeichnung dieses Prag-Derbys).
Die Karten besorgten wir noch in Deutschland im Onlineverkauf. Im Endeffekt wäre es auch vor Оrt kein großes Problem gewesen. Aber da wir noch andere Spiele im Visier hatten, sparten wir uns dadurch viel Zeit. Wie auch vergangene Derbys in dem Stadion Eden, war dieses heute nicht ausverkauft. Das Stadion war zwar sehr gut gefüllt, doch ca zwei Tausend Plätze (ausgenommen Pufferblock) standen leer.

Ca. 40 Minuten vor dem Spiel waren wir schon in dem Stadion-Inneren. Die Fanblöcke wurden schnell gefüllt und knapp vor dem Spielbeginn begann auch der Support. Beide Szenen waren brachial laut, das Repertoire und die Qualität der Gesänge waren mit Polen vergleichbar. Top! Jedoch fehlte es an optischen Stillmitteln (Choreo, Pyrotechnik) und schon begannen zwei Leute aus unserer Reisebesatzung zu verzweifeln, dass wir hier ein unterdurchschnittliches Derby erwischt haben. Doch noch in der ersten Halbzeit wurde der Zweifel vollständig zerstreut. Zuerst zog Slavia eine Blockfahne „Circus Eden“ hoch. Die Ausführung der Choreo ging aber wirklich in die Hose, denn fast eine ganze Minute wurde gebraucht um dieses Banner auszurollen. Fast zeitgleich wurde ein Elfmeter an die Gäste nicht gegeben und schon begann der Gästeanhang durchzudrehen – Breslauer flogen auf den Platz, im Anschluss noch Rauch im Block.
Nachdem die Sparta-Anhänger sich beruhigt haben, ging es auch schon mit dem Spiel weiter. Auf der anderen Seite bei Slavia wurden unten am Zaun Trophäen aufgehangen und es liefen schon die Vorbereitungen für die nächste Choreo.

Diese bestand aus zwei Teilen:
Teil 1: Spruchband: „Eure Geschichte ist euer Scham“ Im Anschluss eine Zettelchoreo, welche Sparta als einen Kommunistenverein bezeichnete. Sparta wurde nämlich in der Tschechoslowakei von dem Regime unterstützt.
Teil 2: Erinnerte an die Zeit des Protektorats Böhmen und Mähren. In der schwierigen Zeit des Protektorats hat der „Juden-Verein“ (Slavia wird so von Sparta beschimpft) es geschafft in fünf Spieljahren ganze vier Mal Meister zu werden. Slavia ist sehr stolz, dass man trotz des „Judenstatuses“ es geschafft hat der erfolgreichste Verein in dem deutschen Besatzungsgebiet zu sein.

In der zweiten Halbzeit ging das Spektakel weiter!
Zuerst wurden im Slavia-Block die präsentierte Trophäen abgefackelt. Gleich darauf schoß Sparta das erste Tor und es begann im Gästeblock zu brennen. Der Heimblock gab aber auch nicht im Geringsten auf und supportete weiter auf dem höchsten Niveau. Eigentlich waren das ganze Spiel über beide wirklich sehr laut und ich würde auch keiner der beiden Szenen als besser einstufen.
Bevor das zweite Tor für die Gäste fiel, gab es noch eine ordentliche Pyroshow auf der Heimseite. Sah wirklich klasse aus!

Auf den normalen Plätzen waren selbstverständlich mehr Heimfans zu sehen, doch auch ca 30% Sparta Fans fanden sich hier ein. Stimmungsmäßig kam von den Normalos das ganze Spiel über nichts und auch Hass unten den normalen Fans zueinander war nicht wirklich zu fühlen.

Fotos: Experte 3 +++Pressi+++
Text: Experte 3