Sonntag, 17. August 2014

FC Würzburger Kickers - Fortuna Düsseldorf 3:2 n. V.

DFB-Pokal
Stadion am Dallenberg
Zuschauer: 10.500 (ca. 3.500 Gäste)

Auch in der Heimat wurde an diesem Wochenende Fussball gespielt, am Dallenberg empfingen die Würzburger Kickers in der 1. Runde des DFB-Pokals die Fortuna aus Düsseldorf. Das letzte Spiel im Pokal fand übrigens vor gut 30 Jahren statt und der Gegner hieß ebenfalls Düsseldorf.
Etwa 200 Düsseldorfer reisten bereits Samstag an und vergnügten sich in der Würzburger Altstadt. Neben Sachbeschädigung und Diebstahl lieferten sie sich auch eine Massenschlägerei mit Nürnbergern.
Für das größte Spiel seit Jahrzehnten hatte sich die aktive Szene der Würzburger eine feine Choreo ausgedacht. Über die Sitzplätze wurde eine rot-weiß gestreifte Blockfahne gezogen. Oberhalb dieser ging eine weiter Konstruktion in die Höhe, auf dieser sah ich Stadt- und Vereinswappen. Garniert wurde das Ganze mit Fähnchen links und rechts und einem zweigeteilten Spruchband. Auf dem stand ''Wer Würzburg fühlt und Fussball lebt, der kann nur eines lieben...'' sowie ''Fußballclub Würzburger Kickers von neunzehnhundertsieben''. Das hochziehen des ersten Teils klappte nicht so ganz und so hat die Choreo leider einen kleinen Makel. Sah trotzdem gut aus!

Im Gästeblock wurde eine Spruchband hochgehalten ''Kein Fußball mit Red Bull''. Richtig so! Kurz darauf gab es etwas Rauch und eine Bengale zu bestaunen, sowas gab es hier leider schon lange nicht mehr.
Der Heimblock war gut aufgelegt und rockte ordentlich los, konnten dieses Niveau mit Ausnahme einiger Pausen und leichten Durchhängern beinahe die kompletten 120 Minuten halten. Dürfte einer der Top 3 Auftritte sein, die ich jemals vom Würzburger Anhang gesehen habe.
Die Fortunen hatte heute keinen Sahnetag erwischt. Der Support war nur selten laut, viel zu selten konnten sie den kompletten Block zum mitsingen motivieren. Meist war nur der Ultrahaufen aktiv und dessen Stimme wurde durch den Wind auch etwas davongetragen. Die ca. 30 Aktiven um Dissidenti Ultras und Hypers konnten auch keine Bäume ausreißen. Schade, da kenne ich Düsseldorf viel, viel besser!
Auf dem Spielfeld sollte es eigentlich eine klare Sache sein - denkste: der Außenseiter spielte wacker mit und hatte die ein oder andere Chance um in Führung zu gehen. Dies gelang jedoch der Fortuna und so ging es mit einem etwas glücklichen 1:0 für die Gäste in die Halbzeit. Wer dachte das nun der Käse gegessen war lag falsch. Die Hausherren legten einen Gang zu und schlugen mit einem Doppelpack zurück. 2:1 - verrückte Welt in Würzburg! Düsseldorf rannte nun wütend an, schließlich fiel der Ausgleich durch einen nicht unhaltbaren Freistoß. Das Spiel wurde immer hitziger und einem Düsseldorfer brannten die Sicherungen durch. Nach einem Foul an seinem Mitspieler ging er einem Würzburger an die Gurgel und bekam folgerichtig die rote Karte.
Ab jetzt spielten nur noch die Hausherren und trafen je einmal Latte und Pfosten, der ersehnte Treffer gelang jedoch nicht. So ging es in die Verlängerung, was vermutlich mehr war als sich die meisten hier erträumt hatten. Die Kickers stürmten weiter und bekamen einen berechtigten Elfmeter nicht zugesprochen. Schließlich fiel der Siegtreffer durch einen unhaltbar abgefälschten Freistoß. Die letzten Minuten spielten die Würzburger clever herunter und ziehen so mehr als verdient in die 2. Runde ein.
Bei dem mitgereisten Fortunenanhang kochten die Emotionen hoch, erst sprangen nur einige wenige über den Zaun. Diesen folgten aber immer mehr bis sich etwa 30 von ihnen im Innenraum befanden. Kurz darauf eskalierte das Ganze und es entstand eine kurze aber heftige Boxerei, bei der einige Ordner zu Boden gingen. Als die Polizei das Spielfeld betrat kletterten sie zurück in den Block und der Spuk war beendet. Aus der Ferne sah ich noch einige Rennereien Richtung Parkplatz, aber was dort los war weiß ich nicht.

Text/Fotos: Experte 2