Sonntag, 10. August 2014

Dnipro Dnipropetrovsk - Karpaty Lviv 4:0

Premier Liga
Dnipro-Arena
Zuschauer: 12 668 (ca 120 Gäste)

Nachdem ich ein Tag davor bereits die Reserven von Dnipro gegen Karpaty angeschaut habe, ging es heute zum Spiel der Ersten Mannschaften. Das war das erste echte Heimspiel für Dnipro diese Saison. Das Champions League-Heimspiel gegen FC Kopenhagen wurde nämlich von Dnipropetrovsk auf Anliegen der Dänen in die Hauptstadt der Ukraine verlegt. 

Die Dnipro-Arena wurde 2008 eröffnet. Früher war an selber Stelle bereits ein Stadion namens Metalurg gestanden, welches aber ab Anfang der 90er als Markt genutzt wurde. Die neue Arena war das erste Stadion, welches in der Ukraine zur Europameisterschaft 2012 gebaut wurde. Doch die EM fand hier im Endeffekt gar nicht statt, denn der Bau der restlichen Infrastruktur ging in Kharkiv viel schneller voran und so wurde Dnipropetrovsk durch die ursprüngliche Reserve Stadt Kharkiv als EM-Spielort ersetzt.
Heute erwartete mich eine sehr gute Begegnung, denn es trafen zwei der besten Szenen der Ukraine aufeinander. Beide Szenen bilden mit Dynamo Kiew eine Triade der Freundschaft, die mit der polnischen „Wielka Triada“ zu vergleichen ist. Seit diesem Jahr ist der ukrainische Patriotismus auch hier in der ostukrainischen Stadt Dnipropetrovsk angekommen. Früher war man hier nur auf seine Region stolz. Doch nun ist es hier ganz anders: In keiner anderen russischsprachigen Region ist der ukrainische Nationalismus bzw. Patriotismus so stark wie hier. Im Stadion waren sehr viele Nationalfahnen zu sehen und auch die Nationalhymne, die am Anfang des Spiels gespielt wurde, wurde von vielen Zuschauern gesungen.

Die Heimfans selbst enttäuschten heute ein wenig. Keine Zaunfahnen und die Lieder wurden nur selten angestimmt. Aber wenn sie schon loslegten, dann war es ordentlich laut. So wie ich es verstanden habe, hatte diese miese Stimmung mit dem Tod eines Fans, der im Krieg in Donbass gekämpft hat, zu tun.
Aus dem 900 km entfernten Lviv waren um die 120 Fans angereist. Diese waren im Gegensatz zur Heimtribune öfter am Supporten, doch auf Grund Anzahl der Leute und der Entfernung zum Gästeblock konnte ich nur selten den Text ihrer Lieder verstehen.

Fotos/Text: Experte 3