Samstag, 9. August 2014

Dnipro Dnipropetrovsk II - Karpaty Lviv II 2:0

U21-Liga Ukraine
Stadion Meteor
Zuschauer: 200 (ca 10 Gäste)

In der Ukraine spielt die zweite Mannschaft der Premier Liga Teilnehmer immer ein Tag vor der Ersten. In Dnipropetrovsk wollte ich unbedingt zu der zweiten Mannschaft gehen und so suchte ich mir zwei Tage aus und fuhr mit dem Zug aus Odessa nach Dnipropetrovsk. Im Gegensatz zu den anderen Reserven, die auf Trainingsgelände ihre Spiele austragen, ist das Stadion der Dnipro-Reserve schon sehr interessant. Und die sieben Flutlichtmasten machen es schon fast zu einem einzigartigen Ground.
Hier kickte seit 1978 bis zur Eröffnung des neuen Stadions im Jahr 2008 die erste Mannschaft von Dnipro. Die Stadt Dnipropetrovsk ist ein großes Industriezentrum der Ukraine und so wurde auch das Stadion Meteor in den Sowjetjahren im Auftrag von einem bekannten Betrieb Juschmasch, welches selbst Raketen, Satelliten und Raumfahrzeuge herstellt, gebaut.

Auch drei deutsche Mannschaften durften hier einst ran. Das letzte Mal war es der Hamburger SV im Jahr 2003. Damals verlor der HSV hier 3:0 und flog aus dem UEFA-Cup.
Der Ground liegt ziemlich außerhalb des Stadtzentrums. Ich unterschätzte die Entfernung und kam leicht verspätet dort an. Verpasst habe ich aber selbstverständlich nichts. Im Stadion waren zwar ein paar Dutzend Fans beider Mannschaften - die beiden Szenen sind stark befreundet. Support gab es aber wie erwartet keinen. Sie saßen einfach verteilt auf der Haupttribüne und quatschten das ganze Spiel über. Ein paar Jungere, denen das Rumgesitze wohl zu langweilig war, machten auf sich aufmerksam, indem sie zuerst auf die Anzeigetafel kletterten und dann sogar einen Flutlichtmast mit einem Schwenker bestiegen.
Was heute auf dem Platz geboten war, ging auch völlig in Ordnung. Es trafen nämlich auch zwei talentierte Mannschaften aufeinander. Dnipro hat eine der besten Jugendabteilungen der Ukraine und auch Karpaty bringen zuletzt viele Talente in die ukrainische Fussballwelt.

Nach dem Spiel ging es mit ein paar Freunden zur Promenade am Fluss Dnipro. Dort steht ein halbfertiges Hotel namens Parus. Der Bau des Hochhauses wurde fast vor 40 Jahren begonnen. Wegen der fehlenden Finanzierung wurde es damals nicht fertiggestellt und so wurde eine Baustelle zu einem Symbol der Stadt. Nachdem wir ein paar schwere Stellen überwunden haben und die Treppe auf den letzten 28 Stock hochgelaufen sind, stand man 114 Meter über der Stadt!
Übrigens schmückt seit diesem Jahr das ukrainische Wappen das Hochhaus. Die Fanszene von Dnipro malte es als die Patriotismus-Welle infolge der ukrainischen Revolution in der Stadt begann.

Fotos/Text: Experte 3