Samstag, 23. August 2014

Bukovyna Chernivtsi - Chernomorets Odessa 0:4

Kubok Ukrainy (Ukrainischer Pokal)
Stadion Bukovyna
Zuschauer: 4900 (ca 55 Gäste)

Nach Chernivtsi (Czernowitz) wollte ich schon länger kommen. Und zwar nicht wegen dem Fußball, sondern weil ich schon viel von der Attraktivität dieser Stadt gehört habe. Und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. Hier gefiel es mir nicht weniger als in Lviv (Lemberg). Ich werde sicherlich noch einmal vorbeikommen und mehr Zeit in Sightseeing investieren.

Nun komme ich zum eigentlichen Grund meiner Reise: Es stand das Pokalspiel von Bukovyna Chernivtsi gegen Chernomorets Odessa auf dem Plan. Für den Zweitligisten war diese Partie das Top-Spiel der Saison. In der zweiten ukrainischen Liga gibt es nämlich keine solch interessante Gegner wie Chernomorets, somit liegt dort die Besucherzahl auch bei nur ca. 2000.
Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams liegt 3 Jahre zurück. Damals schlug Bukovyna den Favorit aus Odessa zuhause mit 3:0. So galt es heute für die Gäste sich zu revanchieren. Dies schaffte Chernomorets auch, indem er zuerst die erste Halbzeit mit 0:3 beendete und in der zweiten Halbzeit sogar noch einen drauflegte.
Es war ein echtes Fest für die Fußballfans dieser Stadt. Das Fest war nicht nur mit dem Spiel zu begründen, sondern an diesem Wochenende war auch der Unabhängigkeitstag der Ukraine. Der Verein startete also eine Aktion, dass die ersten 150, die in Wyschywanka (ukrainisches Nationalhemd) umsonst reinkommen. Das Ticket kostete heute übriges dreimal so viel wie im Ligaalltag – 30 Griwen (ca 2 Euro).
Im Stadion selbst gab es eine große Auswahl an Speisen und Bier. Es wurden sogar Schaschlick und Würstchen gegrillt. Dies möge jetzt in Deutschland als Selbstverständlichkeit erscheinen, aber in der Ukraine sieht man es eher selten. Und wenn, dann nur im Westen des Landes. Die Preise waren übrigens auch adäquat gewesen, so feierten die Leute vor und nach dem Spiel ordentlich in den Gastrobereichen.
Die Heimfans präsentierten am Anfang des Spiels eine Fahnenchoreo, mit den Vereinsfarben sowie Nationalfarben. Dazu noch ein bekanntes Liedzitat: „Geld-blau sind unsere Farben, Wir sind unbesiegbar, Säbel hoch in den Himmel“ Wie auch jede andere Fanszene der Ukraine gehört Bukovynas nämlich auch zu Patrioten der Ukraine. Support von den Heimfans war zwar nicht besonders laut, aber war schon ok gewesen.
Zweimal wurde im Heimblock gezündet: Zuerst gab es Ende der ersten Halbzeit ordentlich Rauch, sodass kurzzeitig das Spiel unterbrochen wurde. In der zweiten Halbzeit brannten dort noch ein paar Breslauer. Mit dem Pyro gab es noch eine lustige Vorgeschichte: Die Vereinsverantwortlichen der Heimmannschaft baten vor dem Spiel ausdrücklich die Gäste aus Odessa heute nichts zu zünden. Der Verein steckt nämlich schon genug in finanziellen Schwierigkeiten und braucht nicht noch extra Strafen vom Verband. So befolgten die Gäste die Bitte Bukovynas mehr als die Heimfans.
Die Gäste aus der Schwarzmeerstadt waren mit einer Busladung anwesend. Sie waren etwas weniger als die Heimfans zu hören, aber für die Masse hat es schon gepasst.

Wieder mal Fotos von meinem ukrainischen Kollegen: http://lanzheron.com/archives/8384


Fotos/Text: Experte 3