Samstag, 17. Mai 2014

Padova Calcio 1910 - Delfino Pescara 1936 2:1

Serie B
Stadio Euganeo
Zuschauer: ca. 3.000 (ca. 70 Gäste)

Irgendwo im Nirgendwo, kurz nach der Autobahnausfahrt Padua West, einige Kilometer von der Stadt Padua entfernt, steht das Stadio Euganeo, in dem Padova Calcio seine Spiele austrägt. Mit Glück führt einen das Navi da hin, manche Routenplaner sehen das Stadion an einem ganz anderen Ort, noch weiter entfernt von der Stadt, hier war also ein wenig Recherche nötig. Um 15 Uhr sollte das Spiel beginnne, laut Homepage sollte es ab 13 Uhr Tickets zu kaufen geben. Doch um 13 Uhr stehen nur ein paar Parkplatz-Kassierer rum, sonst hat man eher das Gefühl als ob gleich Heuballen über die Straßen rund um die Einöde des Stadions wehen. Um 13.30 Uhr gab es dann endlich die Karten, also ab zum Eingang. Da standen jedoch gelangweilte Carabinieri und Kartenkontrolleure in der prallen Sonne und taten nichts. Um 14 Uhr gingen die Tore auf und sehr langsam füllten sich die Ränge. 
Die Tribüne und die Gegengerade des Stadions, in dem 1994 die ersten Spiele stattfanden, sind überdacht. Die beiden Ränge hinter den Toren, die erst 1998 gebaut wurden, bestehen aus Betonstufen und in Betonblöcke abgeteilte Eingänge - schön ist anders. Bis zum Anpfiff waren im Gästeblock nur 2 Anhänger von Delfino Pescara zu sehen, erst 10 Minuten später rückte der Rest mit Fahnen und Bannern an. Die ca. 350 Tifosi von Padua schwenkten zwar auch einige wenige Fahnen, blieben anfangs allerdings ziemlich ruhig. Auf Zaunfahnen und weiter optische Stilelemente wurde verzichtet. Die Enttäuschung über ihre Mannschaft, die kurz vor dem Abstieg aus der Serie B steht, ist scheinbar groß. So groß, dass sie die Mannschaft sogar bei ihren ersten Angriffsversuchen aufs gegnerische Tor auspfiffen. Die erste halbe Stunde war tatsächlich ein Trauerspiel, das Team stolperte über seine eigenen Füße, Pässe gingen ins Leere, Torschüsse gab es kaum. Die erste echte Gelegenheit ergab sich in der 35. Minute, der Spieler stand ganz allein vor dem Tor von Pescara und konnte es wohl selber nicht glauben, doch im letzten Moment erinnerte er sich daran was er zu tun hatte und erzielte das 1:0. Nun verbesserte sich die Laune bei den Heimfans deutlich, aus dem Gästeblock flog der erste Böller. Padua spielte nun deutlich sicherer und auch Pescara zeigte eine ansehnliche Leistung. In Halbzeit eins passierte jedoch nichts mehr, erst in der 61. Minute erzielte Padua das 2:0. Pescara konnte bereits zwei Minuten später auf 2:1 verkürzen, doch das war dann auch das Endergebnis.
Alles in allem waren Spiel und Stimmung so lasch und trocken wie die Salamibrötchen, die als einzige Verpflegung angeboten wurden. Hätte man sich getrost sparen können.

Text/Fotos: Experte 2