Samstag, 1. März 2014

Racing Club de Strasbourg 1906 - Paris FC 0:2

Foot National, 3. Liga Frankreich
Stade de la Meinau
Zuschauer: 9720 (ca 30 Gäste)

Nach dem Saarbrückenspiel ging es auf direktem Weg nach Straßburg, bereits um 17 Uhr trafen wir dort ein und besichtigten für knapp 2 Stunden die herrliche Altsadt.
Der einst so stolze Verein aus Strasbourg, auch ,,les bleus'' genannt, scheint langsam aber sicher in der Versenkung zu verschwinden. Vergangen sind die Jahre als sie in der Meisterschaft (1979) und Pokal (1951, 1966 und 2001) für Furore sorgten.
Wir trafen eine gute 3/4 Stunde vor Spielbeginn am Stadion ein, dieses ist eine etwas in die Jahre gekommene Betonschüssel, die mir persönlich sehr gefällt, aber da waren wir uns nicht einig.
Wie wir durch etwas Recherche im Vorfeld herausfanden herrscht dort freie Platzwahl und so ließen wir uns für lässige 9 Euro auf der Haupttribüne nieder. 

Die aktive Szene der Elsässer um die Ultra Boys 90 steht in einem Eckblock und hat ordentlich was zu bieten. Diese hatten heute Besuch von den befreundeten Berlinern und auch Karlsruher wurden gesichtet.
Sehr lautstarker Auftritt mit hoher Mitmachquote am heutigen Abend. Schalparade, Einklatschen und Einsatz der Fahnen wussten zu gefallen. Auch das Liedgut konnte überzeugen, die Melodie von ,,Popeye der Seemann'' war mir jedenfalls neu, auch ein deutsches ,,jetzt gehts los'' war zu vernehmen.
Gäste waren bis zum Ende der 1. Hälfte keine anwesend, dies sollte sich jedoch mit dem unverdienten 0:1 plötzlich ändern.
Knapp 30 Pariser kamen in den Block gestürmt und provozierten los als wären es 300!
Ob das nun Absicht oder Zufall war konnte man nicht nachvollziehen. Jedenfalls ließ sich Strasbourg nicht lange bitten, die Hauptstadt mag man wohl nicht, egal welchen Verein und so stürmten ca. 100 Elsässer zum Gästеblock.
Die Pariser warfen eine Bengale und von beiden Seiten gab es Böllerwürfe. Die Heimtruppe räumte die Ordnerkette aus dem Weg und so wurden einige Nettigkeiten am Zaun ausgetauscht.
Das ganze zog sich gut 20 Minuten hin, bis endlich die Polizei einschritt und auch bis zum Spielende den Gästeblock abschirmte.
Die übrigen Zuschauer interessierte dieses Treiben wenig, es gab keine Pfiffe oder ähnliches. Nach dem 2. Tor für die Haupstädter gab es erneute Provokationen, aber darauf konnte wir keine Reaktionen erkennen, Strasbourg konzentrierte sich weiter auf die Unterstützung des eigenen Teams.
Die Gäste hinter der Old Clan Zaunfahne waren nicht zu vernehmen, Bemühungen fanden zwar statt akustisch in Aktion zu treten, aber die Heimseite war einfach bärenstark an diesem Abend.
Ob es nach dem Spiel nochmals rund ging wissen wir nicht da wir uns schnellstens auf den Heimweg machten und um ca. 1 Uhr Würzburg erreichten.

Text: Experte 2
Fotos: Experte 3