Freitag, 28. Februar 2014

Olympique Lyon - Chernomorets Odessa 1:0

Europa League
Stade Gerland
Zuschauer: 25.039 (ca 30 Gäste)

Ab Frankfurt ging es mit dem doppelstöckigen TGV nach Lyon. Nach 6 Stunden Fahrzeit war dann der Bahnhof Lyon-Part-Dieu erreicht. Die Zeit vor dem Spiel wurde genutzt, um die drittgrößte Stadt Frankreichs anzuschauen. Lyon ist eine schöne Stadt, mit vielen Sehenswürdigkeiten und eine Reise wert. Für das Negative sorgte aber das, für was ganz Frankreich auch bekannt ist: Hohe Preise und fehlende Englischkenntnisse bei den Einheimischen.
Am Abend ging es dann zum Stade Gerland, welches außerhalb des Stadtzentrums liegt, jedoch per U-Bahn schnell erreichbar ist. Dort trägt Olympique Lyon seit 1950 seine Spiele aus. In spätestens zwei Jahren wird aber Olympique das Stadion verlassen, da man in Lyon ein Stadion mit einem Fassungsvermögen von 60 000 für die EM 2016 baut. 

Das Hinspiel in Odessa endete mit einem 0:0 und somit stand an diesem Tag ein interessantes Match bevor. Dieses entschied dann die Heimmannschaft verdient für sich und trifft somit in der nächsten Runde auf Viktoria Pilsen. Die Heimkurve auf der Nordseite machte einen soliden Eindruck. Der Fanblock von Olympique setzt eher auf den akustischen Support als auf den optischen, italienischen Support-Style. Aber irgendwie ist die Kurve eine Mischung aus einigen Fanstylen Europas. Der Support war zwar nicht durchgängig kreativ, aber dafür kam es auf der Gegenseite sehr gut an. Die Mitmachquote war auch bewundernswert: An Klatsch- sowie Hüpfeinlagen beteiligte sich der ganze Unterrang der Nordkurve. In Deutschland wären die Lyoner, meiner Meinung nach, unter den besten Szenen zu finden.
Übrigens: Kop Virage Nord ist die einzige Szene in Frankreich, welche größtenteils eine patriotische und rechte Tendenz aufweist. Nicht umsonst werde diese angeblich von vielen Patrioten im Land unterstützt. Auf Grund der nationalistischen Ausrichtung werden auch Freundschaften zu der „Ultras Sur“ (Real Madrid) und der Fanszene von ŁKS Łódź (Polen) gepflegt.

Eine handvoll von Gästen auf der Südseite waren auch anwesend. Diese machten sich aber durch den Support nicht aufmerksam. Auf der Gegengerade waren auch ca. 30 Exil-Ukrainer mit ukrainischen Fahnen zu sehen.


Fotos/Text: Experte 3